Market Insight
FRÜHJAHR 2018

Jahresbericht
Jahr 2018

Market Insight
HERBST 2018

Market Insight
WINTER 2018-2019

4 Verfügbaren Kapitel - Download des PDF

2. Güterverkehr auf Binnenwasserstraßen und in Häfen

Verkehrsleistung in Europa

Verkehrsleistung in der Binnenschifffahrt im Staatsgebiet des jeweiligen europäischen Landes – Vergleich zwischen dem dritten Quartal 2016 und dem dritten Quartal 2017 (Verkehrsleistung in Mio. TKM)

 

 

 

Entwicklung der Verkehrsleistung in der Binnenschifffahrt auf Rhein und Donau (Verkehrsleistung in Millionen TKM)

Quelle : Destatis, Nationale Statistikämter

 

  • Auf dem traditionellen Rhein konnte sich die Verkehrsleistung nach der deutlichen Erholung (+11 %) zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal 2017 auf einem hohen Niveau stabilisieren. Sie lag im dritten Quartal 2017 nur um 2 % unter dem Wert des zweiten Quartals 2017. Im Vergleich mit dem Vorjahr verzeichnete sie einen Zuwachs von 1,5 %. Den größten Beitrag leistete hierzu der Containertransport (+12.5 % basierend auf TKM), der einen Anteil von 18 % der Verkehrsleistung ausmacht.
  • Der Verkehr auf den  Zuflüssen des Rheins wurde durch die boomende Stahlproduktion, bessere Ernteergebnisse und auch durch die besseren Schifffahrtsbedingungen begünstigt. Im Vergleich zum dritten Quartal 2016 profitierten Mosel (+31 %) und Saar (+46 %) im dritten Quartal 2017 am stärksten, dank des hohen Transportaufkommens bei Eisenerz (und Getreide auf der Mosel) auf diesen Flüssen.
  • Die Donauschifffahrt war vor allem durch zwei Hauptfaktoren beeinflusst. Erfreulich waren eine steigende Stahlproduktion und damit ein Anstieg beim Transport von Eisenerz und Metallen, der sich äußerst positiv auf die Transportnachfrage auf der oberen Donau auswirkte. Auf der anderen Seite führten schlechte Ernteergebnisse im Donauraum zu weniger Getreidetransporten, dem zweiten Standbein der Donauschifffahrt.

 

 

Verkehrsleistung in wichtigen europäischen Binnenschifffahrtsländern

 

Verkehrsleistung der Binnenschifffahrt in wichtigen europäischen Binnenschifffahrtsländern (Quartalsdaten – Millionen TKM)

Quelle : Eurostat und Nationale Statistikämter

 

  • Sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden fand nach den starken Erholungseffekten im zweiten Quartal 2017 eine gewisse Konsolidierung statt. Die bessere Wirtschaftslage, besonders im Bausektor, hatte positive Auswirkungen auf das Trockengütersegment. Auch die kurz- und mittelfristigen Aussichten sind in diesem Bereich besonders gut. Das stärkste Wachstum war im Containersegment zu beobachten.
  • In Belgien verzeichneten alle wichtigen Gütersegmente eine positive Entwicklung – die höchste Wachstumsrate erreichten landwirtschaftliche Erzeugnisse, dank der guten Ernteergebnisse in Westeuropa im Jahr 2017. Ein Segment, das die Hälfte aller Trockengütertransporte in Belgien ausmacht, ist Sande, Steine und Baustoffe. Die Verkehrsleistung in diesem Bereich lag im dritten Quartal 2017 strukturell und zyklisch bedingt um 7 % höher als im dritten Quartal 2016 (siehe Kapitel 1 und den Abschnitt über den Hafenverkehr).
  • In Frankreich kam es zu einem Anstieg der beiden größten Gütersegmente, d. h. von landwirtschaftlichen Erzeugnissen um 6 %, und von Sanden, Steinen und Baustoffen um 10 %. Zugleich ist in Frankreich das zuletzt genannte Segment sehr wichtig (mit einem Anteil von mehr als einem Drittel an der Gesamtverkehrsleistung). Negative Entwicklungen wurden bei der Kohlebeförderung (Dekarbonisierung) und auch beim Containertransport beobachtet.
  • In Österreich ist das dominierende Produktsegment das Stahlsegment (Eisenerze, Metalle) mit einem Anteil von 40 % am Gesamtverkehr. Der Transport von Eisenerz und Metallen legte aufgrund einer steigenden Stahlproduktion erheblich zu: Die Zahlen der österreichischen Stahlproduktion waren im dritten Quartal 2017 um 13 % höher als im Vorjahreszeitraum.
  • In Rumänien dämpfte der rückläufige Getreidetransport aus der mittleren Donauregion die Transportnachfrage im dritten Quartal 2017, aber eine steigende Stahlproduktion in der Donauregion wirkte als stabilisierende Kraft.

 

 

Trockengut-, Flüssiggut- und Containertransport

 

Änderungsrate der Verkehrsleistung der Binnenschifffahrt in vier wichtigen Binnenschifffahrtsländern (Q3 2017 vs. Q3 2016 - %)

Quelle : Nationale Statistikämter

 

  • In Deutschland profitierte der Containertransport stark von einer Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs für sieben Wochen im August und September 2017, aufgrund eines Unfalls bei Gleisbauarbeiten (Unfall in Rastatt (In der Nähe der deutschen Stadt Rastatt am Oberrhein war der Eisenbahnverkehr entlang der Rheinachse für sieben Wochen zwischen dem 12. August 2017 und dem 2. Oktober 2017 unterbrochen, weil ein Tunnel eingestürzt war)). Die Binnenschifffahrt auf dem Rhein bewies ihre freien Kapazitäten und ihre Zuverlässigkeit durch die Übernahme einer hohen Zahl an Containern, um die Logistikketten aufrecht zu erhalten.
  • In den Niederlanden wurde der stärkste Anstieg (+12 %) bei der Ausfuhr von Waren in Containern in andere Länder beobachtet:  55 % dieser Containerströme gingen nach Deutschland, 37 % nach Belgien und 4 % nach Frankreich. Der zweitgrößte Anstieg war beim Containertransport innerhalb des Landes zu verzeichnen (+9 %).
  • In Belgien wurden die Trockengütertransporte stark von den besseren Ernteergebnissen des Jahres 2017 unterstützt: die Verkehrsleistung bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen stieg um 36 %. Auch das größte Trockengütersegment (Sande, Steine, Baustoffe, mit einem Anteil von 50 % aller Trockengütertransporte im dritten Quartal 2017) verzeichnete einen signifikanten Anstieg (+7 %), aufgrund der wachsenden Aktivität im Bausektor.
  • In Rumänien wiesen die beiden Hauptsegmente bei der Trockengüterbeförderung (landwirtschaftliche Erzeugnisse, Eisenerze & Metalle) unterschiedliche Ergebnisse auf. Während das Stahlsegment von der ansteigenden Stahlproduktion im Donauraum profitierte, litt der Getreidetransport unter einer Verschlechterung der Ernteergebnisse im mittleren Donauraum. Die Beförderung von Flüssiggütern hat einen sehr kleinen Anteil von nur  4 %, der Containertransport sogar nur 0,02 %.

 

 

Wasserseitiger Umschlag in europäischen Häfen

Wasserseitiger Umschlag in (Q1+Q2+Q3) 2017, wasserseitiger Umschlag in (Q1+Q2+Q3) 2016 und Änderungsrate zwischen beiden Zeiträume

 

 
  • Die zehn größten Rheinhäfen: wasserseitiger Verkehr von 85,7 Millionen Tonnen in den ersten neun Monaten des Jahres 2017, verglichen mit 90 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum des Jahres 2016 – ein Rückgang von 5 %, verglichen mit einem Rückgang von 2 % beim Güterverkehr auf dem traditionellen Rhein. Der Unterschied kann durch besondere Effekte in bestimmten Häfen erklärt werden. (Ein wichtiger Sondereffekt war ein Unfall im Hafen von Ludwigshafen im Oktober 2016, der zu einem starken Rückgang des Hafenverkehrs im Jahr 2017 führte)
  • Hafen Paris: der gesamte Wasserstraßenverkehr legte um 5 % zu. Sande, Steine und Baustoffe stiegen auch im Jahr 2017 weiterhin an, um insgesamt 9 %. Ihr Anteil am Gesamtverkehr wuchs innerhalb eines Jahres von 74 % auf 77 % – ein Ergebnis der günstigen wirtschaftlichen Bedingungen in diesem Segment und der zusätzlichen Bautätigkeit im Raum Ile-de-France (Projekt Grand Paris Express).
  • Hafen Brüssel: Anstieg des Wasserstraßenverkehrs um 9 % aufgrund der positiven Entwicklung bei Sanden, Steinen und Baustoffen (eine Parallele zu den Ergebnissen auf nationaler Ebene in Belgien, den Niederlanden und Frankreich). Das Wachstum im Jahr 2017 kann auch durch die Bemühungen der Behörden des Hafens Brüssel erklärt werden, Unternehmen davon zu überzeugen, mehr Sande und Steine über Binnenwasserstraßen zu befördern (Initiativen für den Modal Shift).
  • Hafen Lüttich: Anstieg des Wasserstraßenverkehrs um 3 %. Die beiden Produktsegmente mit den höchsten Wachstumsraten waren Holz/ Holzprodukte (+21 %) und Industrieerzeugnisse (+21 %). Die Kategorie Holz enthält Holzpellets, die von einem Kraftwerk zur Stromerzeugung verwendet werden. Dieses Kraftwerk war im Jahr 2005 weltweit das erste Kraftwerk, das von Kohle zu Biomasse umgewandelt wurde (siehe auch Kapitel 4).
  • Hafen Linz: die Verkehrszahlen in einem der größten Donauhäfen stiegen im Lauf des Jahres stark an. Nach den Frachtverlusten im ersten Quartal 2017 aufgrund von Eis und Niedrigwasserständen waren die Transportergebnisse im zweiten Quartal um 18 % höher als im Vorjahr. Im dritten Quartal 2017 lag die Differenz sogar bei 35 %, begünstigt durch die ansteigende Stahlproduktion. In der Summe lag die Wachstumsrate für die ersten neun Monate des Jahres 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aufgrund der negativen Auswirkungen im ersten Quartal 2017 nur bei 2 %.

 

 

Containerumschlag in europäischen Häfen

 

Wasserseitiger Umschlag von Containern in europäischen Binnenhäfen in (Q1+Q2+Q3) 2016 und (Q1+Q2+Q3) 2017 (1000 TEU)

Quelle : Destatis, Port autonome de Strasbourg, Schweizerische Rheinhäfen

 

Seeumschlag von Containern in europäischen Seehäfen in (Q1+Q2+Q3) 2016 und (Q1+Q2+Q3) 2017 (1000 TEU)

Quelle : Hafen Rotterdam, Hafen Antwerpen, Hafen Hamburg

 

 

  • Hafen Duisburg: im größten europäischen Binnenhafen, am Niederrhein gelegen, wurden in den ersten neun Monaten rund 265.000 Containerboxen mit einem Gesamtgewicht von 4 Millionen Tonnen durch Binnenschiffe umgeschlagen, im Vergleich zu 250.000 Boxen und 4,1 Millionen Tonnen Fracht im Vorjahreszeitraum.
  • Hafen Duisburg: 67 % aller von Binnenschiffen in Q1-Q3 2017 umgeschlagenen Container waren beladen; dieser Anteil lag ein Jahr zuvor bei 64 %.
  • Schweizerische Rheinhäfen: nach einem schwachen ersten Quartal im Jahr 2017 aufgrund der Niedrigwasserstände auf dem Rhein erlebte der wasserseitige Containerumschlag im dritten Quartal einen starken Impuls – der Unfall in Rastatt führte zu einer Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs entlang der Oberrheinschiene für sieben Wochen, was zu einem starken Modal Shift hin zur Binnenschifffahrt führte.
  • Schweizerische Rheinhäfen: im September 2017 waren die TEU-Mengen um 36 % höher als im September 2016. Selbst als die Eisenbahnstrecken wieder in Betrieb genommen wurden, wies der Rheinverkehr ähnliche Wachstumsraten auf (Oktober: +31 %, November: 34 %). Es kann daher vermutet werden, dass große Teile des zusätzlichen Schiffsverkehrs, der durch den Unfall in Rastatt erzeugt wurde, auf dem Rhein bleiben werden.
  • Die zehn größten Rheinhäfen: die Summe des wasserseitigen Containerumschlags in Q1-Q3 2017 war um 4 % höher als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis für das gesamte Jahr 2017 wird noch wesentlich besser ausfallen, da die Auswirkungen des Unfalls in Rastatt im vierten Quartal immer noch spürbar waren.
  • Hafen Paris: der Containerumschlag durch die Binnenschifffahrt stagnierte im Jahr 2017 auf einem hohem Niveau (162.000 TEU), aber innerhalb dieser Zahl stieg das Segment der städtischen Logistik  – Containertransport mit Ursprung und Ziel innerhalb der Ile-de-France – deutlich an (+14 %) und erreichte 33.500 TEU.
  • Hafen Brüssel: der Containerumschlag bestätigte sein Rekordniveau aus dem Jahr 2016, stieg weiter um 4 % und erreichte 31.000 TEU. Aufgrund dieses Wachstums denken die Hafenbehörden bereits über eine weitere Erweiterung des Containerterminals nach.

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