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Jahresbericht
Jahr 2018

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4. Hafendatenblätter zu Biomasse und Ausblick

Biomasse im Hafen Lüttich

 

 

 

  • Der Hafen Lüttich wurde 1937 gegründet und ist der größte Binnenhafen in Belgien, sowie der drittgrößte Binnenhafen Europas. Ungeachtet eines Verkehrsrückgangs im Jahr 2012 (-10 % im Vergleich zu 2011) sowohl aufgrund einer makroökonomischen Rezession als auch der Stahlkrise, gelang es dem Hafen Lüttich, seine Aktivitäten umzustrukturieren, indem er den Güterverkehr aus den traditionellen Segmenten hin zu Containern und erneuerbaren Energien verlagerte. Das aktuelle Mengenwachstum erklärt sich hauptsächlich durch den Anstieg des Containerverkehrs und, in einem geringeren Maße, durch die steigende Bedeutung der Biomasse.

 

Entwicklung des wasserseitigen Güterverkehrs im Hafen Lüttich (in Mio T)

Quelle : Hafen Lüttich

 

  • Ein wesentliches Element des Umstrukturierungsprozesses betrifft den Transport von Biomasse im Hafen Lüttich. Im Jahr 2005 wurde ein bestehendes Kohlekraftwerk an der Maas vollständig in ein Biomassekraftwerk umgewandelt. Diese Umwandlung war der erste 100-prozentige Wechsel von Kohle zu Biomasse weltweit.
  • Nach einer schwierigen Periode, die mit einer niedrigen Profitabilität und hohen Holzpelletpreisen zusammenhing, nahm die Aktivität seit 2013 stark zu. Dies verursachte einen enormen Anstieg an zu transportierenden Holzprodukten: in Jahr 2016 stieg die Beförderung von Holzpellets um 130 % im Vergleich zu 2015, und im Jahr 2017 konnte ein Wachstum von 20 % im Vergleich zu 2016 verzeichnet werden.

 

Entwicklung der Beförderung von Holzprodukten im Hafen von Lüttich (in 1000 T)

Quelle : Hafen Lüttich

 

  • Eine weitere Aktivität in Lüttich auf dem Feld der erneuerbaren Energien ist die Produktion von Biotreibstoff auf der Basis von Agrargütern. Für deren Logistik nutzt dieses Werk sowohl die Binnenschifffahrt als auch die Straße, wobei die Binnenschifffahrt für die Langstreckenbeförderung bevorzugt wird.

 

 

Biomasse im Hafen Straubing-Sand

 

 

 

  • Der Hafen Straubing in Süddeutschland an der Donau (gegründet 1996) liegt in einer Region, in der landwirtschaftliche Erzeugnisse, Wälder und Holz reichlich vorhanden sind. Dies war einer der Hauptgründe, weshalb der Hafen die Strategie entwickelte, ein Zentrum der “grünen” Chemie zu werden. Die positive Entwicklung des wasserseitigen Güterverkehrs, der sich zwischen 2007 und 2017 nahezu verdreifachte, bestätigt das Potential der erneuerbaren Energien als ein Tätigkeitssegment für Binnenhäfen.

 

Entwicklung des wasserseitigen Güterverkehrs im Hafen Straubing (in Mio T)

Quelle : Hafen Straubing

 

  • Innerhalb des wasserseitigen Güterverkehrs ist der Anteil der Biomasse sehr hoch (85 %). Der größte Teil der Biomasse wird von einem Unternehmen für die Produktion von Rapsöl und zerkleinerter Rapssaat als Nebenprodukt verwendet. Das Öl wird auf der Schiene zu Unternehmen in Österreich und der Rheinregion transportiert, wo es weiter zu Biodiesel verarbeitet wird. Die zerkleinerten Rapssaaten sind ein Beitrag für die Nahrungsmittelindustrie in den Niederlanden und in Belgien.
  • Abgesehen von dem reichen regionalen Angebot an Biomasse importiert der Hafen große Mengen von Biomasse mit dem Schiff auf der Donau aus Ungarn, Österreich und anderen Donaustaaten. Im Jahr 2016 hatten alle Donaustaaten zusammengenommen einen Anteil von 56 % an den gesamten wasserseitigen Verkehrsbeziehungen.
  • Der Modal-Split-Anteil der Binnenschifffahrt in Straubing stand im Jahr 2017 bei 19,8 %; dies ist deutlich über dem durchschnittlichen Modal-Split-Anteil der Binnenschifffahrt in Deutschland.

 

Wasserseitiger Güterverkehr im Hafen Straubing (im Jahr 2017, in %)

Quelle : Hafen Straubing

 

 

Aussichten für den Welthandel und Trends

 

RWI/ISL-Containerumschlagindex

Quelle : Berechnungen des RWI und ISL basierend auf den Daten von 82 Häfen

 

  • Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index basiert auf Daten aus 81 Weltcontainerhäfen, auf die 60 % des weltweiten Containerumschlags entfallen. Dieser Index ist ein Frühindikator für den Welthandel und die Seecontainerschifffahrt.
  • Dieser Index legte im Lauf des Jahres 2017 um 5,4 % zu. Sein Wachstum war ähnlich stark wie im Jahr 2016. Die Steigerung im Jahr 2016 und 2017 zeigt an, dass die Schwäche des Welthandels, die 2015 zu beobachten war, überwunden ist.

 

Trends für die Beförderungsnachfrage 2018 in Rheinstaaten
HaupttreiberTrends in demand for transport in 2018 vs 2017
Landwirtschaftliche ErzeugnisseErnteergebnisseAnstieg
EisenerzeStahlproduktionAnstieg
MetalleStahlproduktionAnstieg
KohleWetter und Energiepolitik, teilweise StahlproduktionRückgang
Sande, Erden und BaustoffeBautätigkeitAnstieg
ContainerWelthandelAnstieg
MineralölprodukteÖlpreise und RaffinerieausstoßRückgang
ChemikalienChemieproduktionStabil

Quelle: ZKR-Analyse auf der Basis von makroökonomischen und sektorbezogenen Daten

 

  • Die einzige Änderung im Ausblick im Vergleich zum vorherigen Bericht betrifft die Mineralölprodukte. Selbst wenn davon ausgegangen wird, dass die Ölpreise im Jahr 2018 in einem begrenzten Umfang steigen, wird erwartet, dass die Transportnachfrage für Mineralölprodukte im Jahr 2018 leicht zurückgehen wird. Gründe sind nicht nur die steigenden Preise auf den Spotmärkten, sondern auch der  Wechsel von einer Contango- zu einer Backwardation-Situation auf dem Ölterminmarkt, eine Entwicklung, die normalerweise eine sinkende Transportnachfrage nach sich zieht. (Contango ist eine Situation, die den zukünftigen Ölmarkt betrachtet, wenn Kontrakte für den Kauf und Verkauf von Öl in der Zukunft einen steigenden Ölpreis andeuten (ausgedrückt durch das Verhalten der Ölhändler). In diesem Fall wächst der Transport von Ölprodukten, da mehr Ölprodukte in Speicherdepots geliefert werden. Von diesen Depots werden die Ölprodukte an die Kunden geliefert, sobald der Preisanstieg stattgefunden hat. Ein Wechsel des Musters am Ölterminmarkt, von Contango zu Backwardation, schwächt jedoch das Profitpotential dieses Handels und senkt die damit zusammenhängenden Transportaktivitäten)
  • Im Jahr 2017 haben sich die Ernteergebnisse in Frankreich von dem sehr niedrigen Niveau des Jahres 2016 erholt. Dies wird daher die Transportnachfrage in diesem Segment im Jahr 2018 auf den französischen Wasserstraßen, der Mosel und dem Rhein, ansteigen lassen. Im Donauraum ist jedoch die Transportnachfrage im Jahr 2018 aufgrund der dort schlechteren Ernteergebnisse schwächer als im Vorjahr.
  • Für die Stahlindustrie waren die Produktionszahlen für das Jahr 2017 insgesamt sehr positiv, und der weitere Ausblick für die Stahlindustrie hat sich, dank eines synchronisierten globalen Aufschwungs (siehe Kapitel 1) aufgehellt, was sich in einem starken Anstieg der Stahlproduktion ausdrückt.
  • Der Rückgang des Kohleverbrauchs beschleunigt sich. In Deutschland sank der Kohleverbrauch im Jahr 2017 um 10,4 %. Im Elektrizitätssektor wurde Kohle durch mehr erneuerbare Energien und mehr Erdgas ersetzt. Darüber hinaus wurden mehrere Kohlekraftwerke vom Netz genommen. Nur in der Stahlindustrie stieg der Kohleverbrauch im Jahr 2017 leicht an, um 0,6 %.
  • Die Aufwärtsentwicklung bei der Bauindustrie setzt sich fort, wie neue Zahlen bestätigen, besonders in den Niederlanden. Die Beförderung von Sanden, Steinen und Baustoffen wird durch diese Entwicklung weiter gefördert. Es wird angenommen, dass selbst steigende Hypothekenzinsen diesen Aufwärtstrend der Bauindustrie nicht stoppen werden.
  • Der Indikator für den Welthandel (RWI/ISL-Index) zeigte im Jahr 2017 ein Wachstum von 5,4 % und weist auf eine klare Beschleunigung beim Welthandel hin. Der Ausblick auf den Welthandel für das Jahr 2018 und 2019 ist im Wesentlichen positiv.
  • Es wird erwartet, dass die chemische Produktion im Jahr 2018 nur sehr langsam wächst. Daher ist der Ausblick für die chemische Industrie ebenfalls stabil, mit der Möglichkeit eines leichten Anstiegs.

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