Market Insight
FRÜHJAHR 2018

Jahresbericht
Jahr 2018

Market Insight
HERBST 2018

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WINTER 2018-2019

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• Die Zahl der Unfälle auf Binnenwasserstraßen ist in den letzten 20 Jahren deutlich zurückgegangen. Vor allem die Anzahl der Kollisionen Schiff-Schiff folgt einem klaren Abwärtstrend, was auf die Einführung elektronischer Geräte und Ausstattungen zurückzuführen ist.

• Die Unfallzahlen variieren von Fluss zu Fluss. Der Rhein weist beispielsweise eine weit niedrigere Unfallrate auf als die Donau.

• Kollisionen mit Infrastrukturen und Brücken verzeichnen als Unfallart immer noch relativ hohe Zahlen.

 

Übersicht und Gesamtentwicklung

von Unfällen

 

Statistiken über Unfälle in der Binnenschifffahrt sind gegenwärtig ziemlich selten. Eurostat sammelt Unfallstatistiken, aber diese Sammlung wurde auf freiwilliger Basis durch die nationalen Statistikämter erstellt. Nur wenige Staaten in der EU liefern Unfalldaten und es gibt keine eindeutigen Hinweise auf eine gemeinsame Methodik der Länder untereinander. Zudem bietet die aktuelle Eurostat-Datensammlung keine Informationen über die Art oder die Ursachen der Unfälle. Gleichwohl wurden in den vergangenen zwei Jahren vorbereitende Studien ausgeführt, um ein solches System in der EU einzurichten. Eine Arbeitsgruppe der Eurostat, zusammengesetzt aus Eurostat-Experten, den nationalen Statistikämtern, der ZKR, anderen Flusskommissionen und der DG MOVE hat daran gearbeitet, eine Gruppe von Definitionen, Kategorien und Arten von Unfällen aufzustellen. Ab 2019 wird Eurostat Pilotstudien in den EU-Mitgliedsstaaten durchführen, um zu testen, ob die erarbeiteten Definitionen und Kategorien in die Praxis umgesetzt werden können.

In Deutschland wurde durch die Deutsche Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und das Verkehrsministerium eine Sammlung und sehr detaillierte statistische Analyse über Unfälle durchgeführt, aber diese Datensammlung endete im Jahr 2013. Aktuell laufen Vorbereitungen, ein neues System einzurichten, das auf dem alten basiert, aber mehr Kategorien aufweist und regional stärker vereinheitlicht ist. Das neue System wird im Rahmen des Projekts HAVARIS vorbereitet. Statistische Daten aus diesem Projekt, für den Zeitraum nach 2013, sind gegenwärtig nur für drei deutsche Binnenwasserstraßen verfügbar: den Main, den Main-Donau-Kanal und die Donau. Daten für weitere Flüsse und Kanäle werden folgen.

Hinsichtlich der Gesamtzahl an Unfällen ist es interessant, die Daten zu betrachten, die das „alte” System bis 2013 bereitstellte.

 

Entwicklung der Zahl der Unfälle auf deutschen Binnenwasserstraßen (1993-2013)

Quelle: Deutsches Verkehrsministerium

CH8 Evolution of the number of accidents on German inland waterways

 

Die Abbildung zeigt, dass es innerhalb eines Zeitraums von 20 Jahren einen Rückgang der Unfallzahlen von rund 1.000 Fällen im Jahr 1993 auf 650 Fälle im Jahr 2013 gab.

 

Unfallarten

 

Innerhalb des vorherigen Systems (Unfallstatistik bis 2013) wurden folgende Unfallkategorien identifiziert:

  • Strandung/Grundberührung
  • Festkommen
  • Kollision Schiff/Schiff
  • Kollision Schiff/Objekt
  • Wellenschlag
  • Sonstige Unfälle

Für die Jahre 2010, 2011, 2013 (die letzten Jahre, in denen alle Binnenwasserstraßen in Deutschland aktuell abgedeckt sind), war die am häufigsten auftretende Unfallart die Kollision mit Infrastrukturen und Brücken. Diese Art steht für 38-40% aller Unfälle in diesen drei Jahren. Die zweithäufigste Unfallart war die Kollision zwischen Schiffen (18-19%).

 

Unfälle auf deutschen Binnenwasserstraßen nach Art (Anteil in %)

Quelle: Deutsches Verkehrsministerium

CH8 Accidents on German inland waterways by type

 

Für die Jahre 2012 und 2013 sind zusätzliche Informationen bezüglich der Anzahl verletzter Personen und der Zahl der Todesopfer verfügbar. Im Jahr 2012 gab es 29 verletzte Personen und 2 Todesopfer. Im Jahr 2013 wurden 19 verletzte Personen und 2 Todesopfer verzeichnet.

Es muss auch gesagt werden, dass ein bedeutendes Maß aller Unfälle tatsächlich Unfälle von kleinen Freizeitbooten sind (keine Kreuzfahrt- oder Tagesausflugsschiffe). Im Jahr 2013 waren 82 von allen 653 Unfällen, Unfälle von Freizeitbooten. Im Jahr 2012 lag diese Zahl bei 89 von 737 Unfällen.

Um die Entwicklung der Unfallzahl nach Unfallarten über einen längeren Zeitraum zu analysieren, wird der Rhein mit der Donau verglichen.

Die Ursache für die Wahl des Rheins ist einleuchtend, da es der Fluss mit der höchsten Beförderungsaktivität aller deutschen Flüsse ist. Sogar ohne seine Nebenflüsse steht er für rund 70% der Gesamtverkehrsleistung der Binnenschifffahrt auf deutschen Binnenwasserstraßen. In den Jahren 2010, 2011 und 2013 lag der Anteil des Rheins an allen Unfällen auf deutschen Wasserstraßen bei jeweils 33%, 35% und 34%.

Diese Zahlen zeigen an, dass die Unfallrate auf dem Rhein im Vergleich zur Beförderungsaktivität relativ niedrig ist. Es erscheint vertretbar, dies dem hohen Qualitätsniveau seiner Schifffahrtsinfrastruktur zuzuschreiben. Es sollte auch bedacht werden, dass sich unter den deutschen Wasserstraßen viele kleinere befinden, auf denen die Qualität der Schifffahrtsinfrastruktur sicher nicht so gut ist wie auf dem Rhein.

 

Entwicklung der Zahl der Unfälle auf dem Rhein nach Unfallart

Quelle: Deutsches Verkehrsministerium

CH8 Evolution of the number of accidents on the Rhine by type of accident

 

Am Rhein lag der Anteil von Fällen „Festkommen” im Jahr 2013 bei 32%, verglichen mit 16,5% auf allen deutschen Binnenwasserstraßen. Der Anteil der Fälle „Kollision Schiff/Schiff” lag im gleichen Zeitraum bei 15%, verglichen mit 18,5% im ganzen Netz. Die Kollision mit Infrastrukturen und Brücken stellte auf dem Rhein 36% dar, und 40,1% im gesamten Netz.

Generell wird beobachtet, dass die Zahl der Kollisionen von Schiffen auf dem Rhein zwischen 1993 und 2013 zurückging. Dies kann mit der Einführung der elektronischen Systeme erklärt werden, welche die Wahrscheinlichkeit dieser Art Unfälle reduzieren. So zeigt die Kategorie „Festkommen”im Jahr 2013 weit weniger Fälle als 20 Jahre zuvor. Die Kollision mit Infrastrukturen und Brücken zeigt jedoch keinen Rückgang, sondern einen Anstieg.

Der Anteil des deutschen Teils der Donau an der Gesamtverkehrsleistung auf deutschen Binnenwasserstraßen liegt bei 1,4%. Der Anteil an Unfällen auf der Donau an allen Unfällen im deutschen Netz lag im Jahr 2013 bei 6,9%. Die Unfallrate der Donau ist daher relativ hoch.

 

Entwicklung der Zahl der Unfälle auf der deutschen Donau nach Unfallart

Quelle: Deutsches Verkehrsministerium und Deutsche Wasserstraßen-und Schifffahrtsverwaltung (Daten von 2015, 2016, 2017)

CH8 Evolution of the number of accidents on the German Danube by type of accidents

 

Auf der deutschen Donau gingen die Unfälle der Kategorie „Festkommen” bis zum Jahr 2017 zahlenmäßig stark zurück. In diesem Jahr lag ihr Anteil an allen Donauunfällen bei 14%.
Auch die Zahl von Kollisionen zwischen Schiffen zeigt einen fallenden Trend. Nichtsdestotrotz stellen sie im Jahr 2017 immer noch 22% aller Unfälle auf der Donau dar. Dieser Anteil liegt über dem nationalen Durchschnitt, der im Jahr 2013 beobachtet wurde.

Die Kollision mit Infrastrukturen und Brücken machte im Jahr 2013 auf der Donau 44% aus, ging aber konstant zurück, um im Jahr 2017 einen Wert von 27% zu erreichen. Die absolute Zahl stieg bis 2005, fiel aber danach wieder.

Generell ist zu beobachten, dass sowohl auf dem Rhein als auch auf (dem deutschen Teil) der Donau, die gefährlicheren Unfallarten, wie die Kollision zwischen Schiffen, zwischen 1993 und 2013 (für den Rhein) und zwischen 1993 und 2017 (für die Donau) einem abnehmenden Trend folgten. Die Installation wie die Einführung weiterer elektronischer Geräte wird voraussichtlich die Zahl solcher Unfälle in der Zukunft weiter reduzieren.

Auch die Unfallart „Festkommen” ging auf dem Rhein und der Donau stark zurück. Die Kollision zwischen Infrastrukturen und Brücken zeigte dagegen keinen klaren Rückgang.

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