VORWORT

Zentralkommission für die Rheinschifffahrt

In Fortsetzung ihrer langen und fruchtbaren Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission freut sich die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR), ihren jährlichen Marktbeobachtungsbericht der europäischen Binnenschifffahrt für 2018 vorzustellen. Dieser Bericht fällt in ein ganz besonderes Jahr für die ZKR, mit dem 150-jährigen Jubiläum der Mannheimer Akte und des aufs Neue bekräftigten Grundsatzes der freien Schifffahrt auf dem Rhein. Wie alle Leser des Berichts wissen, ist der positive Einfluss dieses Gründungsprinzips auf den Binnenschifffahrtsmarkt noch heute zu beobachten. 2018 markiert auch den Beginn der entscheidenden Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen 2021-2027 der Europäischen Union, mit dem u. a. das Budget der Union festgelegt wird, das dem Transportsektor zugewiesen wird, einschließlich der Binnenschifffahrt (Inland Waterway Transport, IWT) und der zugehörigen Infrastruktur für die nächsten sieben Jahre. Wie Kommissarin Bulc in der letzten Ausgabe unseres Berichts zu Recht hervorhob, „bietet die Binnenschifffahrt noch ein großes Potential, das wir nutzen müssen, um unser Verkehrssystem effizienter, widerstandsfähiger und nachhaltiger zu gestalten“. Ein höchst ehrgeiziges EU-Budget sollte bereitgestellt werden, um diese außerordentliche Rolle des Binnenschifffahrtsektors widerzuspiegeln.

 

Der neue Bericht zur Marktbeobachtung stellt die wichtigsten Ergebnisse für das Jahr 2017 dar, bietet umfangreiche Statistiken und arbeitet wichtige Marktentwicklungen im Verhältnis zu verschiedenen Aspekten der Binnenschifffahrt heraus, darunter die Transportnachfrage, die Flottenentwicklung, die Binnenschifffahrtsunternehmen und Flusskreuzfahrten.

 

Die Ausgabe 2018 dieses Berichts bietet auch neue und zukunftsweisende Studien. Diese behandeln insbesondere neue Wachstumsmöglichkeiten für die Binnenschifffahrt, wie urbane Logistikketten und Biomasse, bei der die Nachfrage im Rahmen von wichtigen Trends wie der Urbanisierung und der Ökologisierung des Energiesektors künftig voraussichtlich wachsen wird. Als zentrale Komponenten dieses Berichts vermitteln diese Studien eine positive Botschaft für die Binnenschifffahrt in Bezug auf Wachstumspotential, Spielraum für Verbesserung und vorhersehbare Änderungen.

 

Das Sekretariat der ZKR wird kontinuierlich daran arbeiten, die Qualität der jährlichen Berichte zur Marktbeobachtung der Binnenschifffahrt zu verbessern. Insbesondere ist es bestrebt, die statistischen Quellen und den Umfang der behandelten Themen auszuweiten, um so die europäische Dimension und die Attraktivität der Berichte zu stärken.

 

Wie in den vergangenen Jahren dankt das Sekretariat der ZKR der Europäischen Kommission, Eurostat und allen nationalen Statistikbehörden, ebenso wie der Mosel-, Donau- und Save-Kommission für ihren wertvollen und wichtigen Beitrag zu dem Bericht. Besonders möchte ich die hervorragende Zusammenarbeit mit der Donaukommission in diesem Jahr hervorheben, die unseren Bericht mit Beiträgen zur Binnenschifffahrt in Mittel- und Osteuropa enorm bereichert hat. Wieder einmal möchte das Sekretariat der ZKR auch den Vertretern des Sektors, EBU und ESO, für ihren Rat und ihre Unterstützung danken. Das Sekretariat ist davon überzeugt, dass die Binnenschifffahrt noch stärker wachsen kann und wird, und dass sie weiterhin von einer Partnerschaft zwischen dem Sektor, den Flusskommissionen und der Europäischen Kommission profitieren wird.

 

Ich wünsche allen Lesern dieses Berichts eine angenehme und anregende Lektüre !

 

Bruno Georges
ZKR Generalsekretär

Europäische Kommission

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
es ist mir eine große Freude, die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) zu ihrem diesjährigen Bericht über die Marktbeobachtung der europäischen Binnenschifffahrt zu beglückwünschen, der wie immer eine einzigartige und wertvolle Informationsquelle über die Entwicklung des Binnenschifffahrtssektors in Europa darstellt. Die diesjährige Ausgabe bestätigt einige der in den vergangenen Jahren beobachteten und prognostizierten Trends, wie das Wachstum auf den Container- und Flusskreuzfahrtmärkten und das Potential der Binnenhäfen, sich zu wichtigen Wirtschaftsclustern weiterzuentwickeln.

 

Besonders freut mich, dass 2018 die Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Akteuren, von den Sachverständigen der EU und der ZKR bis zu den internationalen Organisationen und Interessenvertretern des Schifffahrtsgewerbes weiter intensiviert werden konnte. Insbesondere der Europäische Ausschuss zur Ausarbeitung technischer Standards für die Binnenschifffahrt, CESNI, arbeitet inzwischen mit voller Kraft an Aktualisierungen der europäischen Standards in der Binnenschifffahrt. In einem Jahr wie diesem, in dem die beiden Flusskommissionen sowohl für den Rhein als auch für die Donau relevante Jahrestage feiern, ist es wichtig, die Bedeutung einer einzigartigen Plattform des Austauschs zu unterstreichen, die Experten aus den verschiedenen europäischen Flussgebieten zusammenbringt.

 

Da die Gesamtverkehrsnachfrage in den kommenden Jahren weiter steigen wird, muss die Binnenschifffahrt einen wesentlichen Anteil übernehmen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Binnenschifffahrt als der umweltverträglichste Verkehrsträger dazu beitragen kann, die gravierendsten gesellschaftlichen Kosten des Verkehrsaufkommens, wie Umweltverschmutzung und Staus, abzufedern. Sie ist und bleibt somit eine Säule der EU-Verkehrspolitik und eine Priorität für die Infrastrukturfinanzierung, insbesondere durch das Instrument der Connecting Europe Facility (CEF).

 

Die Binnenschifffahrt hat jedoch ihre eigenen besonderen Herausforderungen zu bewältigen. In den kommenden Jahren muss sie ihren Modernisierungsprozess und die Integration mit den anderen Verkehrsträgern in vollem Umfang vorantreiben, um sich einen größeren Anteil am Gesamtwachstum des Verkehrssektors zu sichern.

 

Eine der wichtigsten Entwicklungen, die derzeit unsere Gesellschaft und unser Leben grundlegend verändert, ist die Digitalisierung. Für die Binnenschifffahrt kann die Digitalisierung ein Schlüsselfaktor sein, um die Qualität der Dienstleistungen und ihre Integration in die gesamte Logistikkette weiter zu verbessern. Die GD MOVE hat eine Diskussion über die Schaffung eines digitalen Binnenschifffahrtsraums (Digital Inland Navigation Area – DINA) eingeleitet, und wird die Entwicklung digitaler Instrumente für die Binnenschifffahrt weiter unterstützen.

 

Ich möchte dem Sekretariat der ZKR nochmals für sein Engagement danken und freue mich sehr auf unsere weitere gute Zusammenarbeit bei der Bewältigung der neuen und spannenden Herausforderungen von morgen.

 

Henrik Hololei
Generaldirektor der GD MOVE

Ein Projekt kofinanziert durchEuropäische Kommission

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