1. Güterverkehr auf Binnenwasserstraßen

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• In den ersten fünf Monaten des Jahres 2020 lag die Güterbeförderung auf dem Rhein 11% niedriger als im Vorjahreszeitraum. Die Covid-19-Krise hatte unterschiedliche Auswirkungen, abhängig vom Gütersegment.

• Eisenerztransporte waren von der Unterbrechung der Automobilproduktion betroffen und verloren 15%. Die Beförderung von Sanden, Steinen und Kies verzeichnete einen Rückgang von 12%, die von Chemikalien einen Rückgang von 8%. Es gab auch Segmente mit einem positiven Ergebnis: Getreidetransporte profitierten von den guten Ernteergebnissen und stiegen um 11%. Die Beförderung von Mineralölprodukten blieb auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2019, da der Sturz der Ölpreise mehr Verkehr im März und April auslöste.

• Auf der mittleren Donau legte der Gütertransport im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den ersten fünf Monaten des Jahres 2020 um 1% zu. Ursache waren die guten Ernteergebnisse, die einen Aufschwung beim Getreidetransport von 76% auslösten. Die Beförderung stromabwärts zwischen der mittleren Donau und dem Schwarzen Meer hat sich mehr als verdreifacht. Andererseits verlor der Eisenerztransport auf der mittleren Donau 32%.

 
 

VERKEHRSLEISTUNG IN EUROPA

    VERKEHRSLEISTUNG IN DER BINNENSCHIFFFAHRT IM STAATSGEBIET DES JEWEILIGEN EUROPÄISCHEN LANDES – VERGLEICH ZWISCHEN DEM ERSTEN QUARTAL 2019 UND DEM ERSTEN QUARTAL 2020 (IN MILLIONEN TKM)


    Quellen: Eurostat [iww_go_qnave], OECD (Schweiz), Statistikamt der Republik Serbien
     

    ABBILDUNG 1: VERKEHRSLEISTUNG IN DER BINNENSCHIFFFAHRT (IWT) IN EUROPA NACH REGION (IN MILLIONEN TKM)


    Quellen: Eurostat [iww_go_qnave], Destatis, Statistikamt der Republik Serbien
     

  • Im ersten Quartal 2020 lag die Verkehrsleistung auf niederländischen und belgischen Binnenwasserstraßen um 7% (Niederlande) und um 8% (Belgien) niedriger als im Vorjahreszeitraum. Für den traditionellen Rhein und die Rheinzuflüsse (Mosel, Main, Neckar) war die Differenz sogar noch stärker: mit -12% (Rhein) und -16% (Rheinzuflüsse). Am geringsten war der Rückgang der Verkehrsleistung auf der Donau, mit -5%.
  • Im ersten Quartal 2020 begannen die Auswirkungen der Covid-19-Krise im März 2020 spürbar zu werden. Ein Blick auf die detaillierte Beförderungsstatistik für die ersten fünf Monate des Jahres 2020 zeigt, dass der stärkste Rückgang bei der Beförderung auf dem Rhein bei der Kohle stattfand, ein Segment, das aus strukturellen Gründen schon vor der Covid-19-Krise Mengen verlor. Die Beförderung von Eisenerz ging um 15% zurück, da sich hier die zwischenzeitliche Schließung der Automobilfabriken auswirkte.
  • Chemikalien verloren 8% und Sande, Steine und Kies 12%. Bei der Beförderung stromabwärts registrierten Getreide und Mineralölprodukte ein Plus von jeweils 13%. Der Getreidetransport profitierte von einem guten Erntejahr. Der Anstieg bei den Mineralölprodukten erklärt sich durch den starken Rückgang der Ölpreise im Frühling 2020, der eine frühe Wiederauffüllung der Heizöldepots auslöste und daher den Transport dieser Produkte auf dem Rhein verstärkte. Diese Effekte ließen jedoch laut Informationen des deutschen Bundesamts für Güterverkehr im Herbst 2020 wieder nach.
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    ABBILDUNGEN 2 UND 3: DIE BEFÖRDERUNGSMENGE AUF DEM RHEIN STROMAUF- UND -ABWÄRTS FÜR WICHTIGE GÜTERSEGMENTE (IN MILLIONEN TONNEN, FÜR DIE ERSTEN FÜNF MONATE 2019 UND 2020)



    Quelle: Berechnung ZKR basierend auf Destatis
     

    ABBILDUNGEN 4 BIS 7: MONATLICHER GÜTERVERKEHR AUF DEM TRADITIONELLEN RHEIN IN DEN ERSTEN FÜNF MONATEN 2018, 2019 UND 2020 (STROMAUFWÄRTS UND STROMABWÄRTS)





    Quelle: Berechnung ZKR basierend auf Destatis
     

  • In der Donauschifffahrt, für welche die Daten vom Messpunkt Mohács an der mittleren Donau in Südungarn verwendet wurden, gibt es eine gewisse Parallele zur Rheinschifffahrt. Tatsächlich verlor Eisenerz auch auf der Donau Mengen, während die Getreidebeförderung zunahm. Im April 2020, mitten in der Covid-19-Pandemie, war die Menge an exportiertem Getreide aus den Häfen der mittleren Donau stromabwärts viermal höher als im April 2019. Dies zeigt, dass die Binnenschifffahrt in der Lage war, eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung von logistischen Ketten in einem fundamentalen Wirtschaftssektor zu spielen.
  • In den ersten fünf Monaten des Jahres 2020 wurde Eisenerz, das wichtigste Gütersegment bei der Beförderung stromaufwärts auf der Donau, stark von der rückläufigen Stahl- und Automobilproduktion in Europa beeinflusst. Es verlor rund 33% im Vergleich zu den ersten fünf Monaten im Jahr 2019.
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    ABBILDUNGEN 8 UND 9: DIE BEFÖRDERUNGSMENGE AUF DER DONAU STROMAUF- UND -ABWÄRTS FÜR WICHTIGE GÜTERSEGMENTE (IN MILLIONEN TONNEN, FÜR DIE ERSTEN FÜNF MONATE 2019 UND 2020) *



    Quelle: Marktbeobachtungsbericht Donaukommission
    * Auf der mittleren Donau bei Mohács / Südungarn

 
 
 
 

TRANSPORTVOLUMEN IN DEN WICHTIGSTEN EUROPÄISCHEN BINNENSCHIFFFAHRTSLÄNDERN

    ABBILDUNG 10: TRANSPORTVOLUMEN DER BINNENSCHIFFFAHRT IN DEN WICHTIGSTEN EUROPÄISCHEN BINNENSCHIFFFAHRTSLÄNDERN (QUARTALSZAHLEN – IN MILLIONEN TONNEN)


    Quelle: Eurostat [iww_go_qnave]
    Für Belgien wurden die Zahlen von Statbel für die Quartale 2019 und 2020 entsprechend der Daten korrigiert, die von den Wasserstraßenverwaltungen in Belgien (De Vlaamse Waterweg und SPW Service Public de Wallonie) zur Verfügung gestellt wurden.

 
 
 

TROCKENGÜTER-, FLÜSSIGGÜTER- UND CONTAINERTRANSPORT

    ABBILDUNG 11: TROCKENGÜTERTRANSPORT (IN MILLIONEN TONNEN)


     

    ABBILDUNG 12: FLÜSSIGGÜTERTRANSPORT (IN MILLIONEN TONNEN)


     

    ABBILDUNG 13: CONTAINERTRANSPORT (IN MILLIONEN TONNEN)


    Quellen: Centraal Bureau voor de Statistiek, Destatis, De Vlaamse Waterweg, SPW Service Public de Wallonie, Voies Navigables de France, Rumänisches Institut für Statistik
    Hinweis: für Frankreich und Wallonien gibt es keine unterjährigen Containerstatistiken in Tonnen. Daher wurde angenommen, dass die Produktgruppe “Maschinen/andere Güter/” hauptsächlich den Containertransport umfasst.

     

  • Der Trend der Energiewende, der zu weniger Kohlebeförderung führt, setzte sich auch im ersten Quartal 2020 fort. Die Covid-19-Krise entfaltete im ersten Quartal nur im März gewisse Auswirkungen. Um die Auswirkungen von Covid-19 zu untersuchen, werden Daten für das zweite Quartal 2020 benötigt. Diese Daten waren zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Berichts für die Niederlande, Rumänien und Frankreich verfügbar.
  • Für die Niederlande zeigen sich in diesem zweiten Quartal 2020 nur begrenzte Rückgänge im Güterverkehr. Die Binnenschifffahrtszahlen in den Niederlanden gingen im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6% zurück. Nach diesen (vorläufigen) Daten, gab es in den Niederlanden einen Rückgang der Trockengüterbeförderung von 9% im zweiten Quartal 2020 (im Vergleich zu Q2 2019). Flüssiggüter verloren nur 1% und der Containertransport 3%. Dieses recht positive Ergebnis für Flüssiggüter spiegelt das Auffüllen der Speichertanks für Mineralölprodukte wieder, auf Grund der gesunkenen Ölpreise im März.
  • Die rumänischen Daten zeigen Trends, die auch beim Blick auf die Daten für die mittlere Donau bei Mohács beobachtet wurden: einen starken Rückgang der Eisenerzbeförderung und einen starken Anstieg beim Getreidetransport. Diese Trends können durch den Rückgang der europäischen Stahlproduktion im Frühjahr 2020 erklärt werden. Der starke Anstieg der Getreidebeförderung spiegelt den Anstieg des Getreideexports aus den Häfen der mittleren Donau in die Region der unteren Donau (Schwarzmeerraum) wieder.
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    TABELLE 1: UMFANG DER GÜTERBEFÖRDERUNG IN RUMÄNIEN IN Q2 2020 IM VERGLEICH ZU Q2 2019 (IN MILLIONEN TONNEN)

     Q2 2019Q2 2020Änderung in %
    Gesamtverkehr8,197,55-7,9
    Eisenerze2,851,5-47,4
    Getreide1,442,466,4
    Sande, Steine, Kies1,952,076,2
    Andere Trockengüter0,490,47-4,7
    Kohle0,510,38-24,5
    Metalle0,40,3-25,4
    Mineralölprodukte0,420,23-43,5

    Quelle: Rumänisches Institut für Statistik (https://insse.ro/cms/en/content/harbour-transport-goods-and-passengers-semi2020)
     

  • In Frankreich ging auf Grund der zwischenzeitlichen Schließung wichtiger Baustellen die Beförderung im größten Gütersegment (Sande, Steine, Kies) in Q2 2020 um fast 35% zurück, die Beförderungsaktivität im zweitgrößten Segment (landwirtschaftliche Erzeugnisse, Getreide) stieg jedoch geringfügig an (+0,8%). Dieses Segment profitierte von der guten Erntesaison 2019/2020. Alle anderen Gütersegmente verzeichneten einen Rückgang. Insgesamt ging der Binnenschiffsverkehr in Frankreich im zweiten Quartal 2020 um 23,6 % zurück.
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    TABELLE 2: UMFANG DER GÜTERBEFÖRDERUNG IN FRANKREICH IN Q2 2020 IM VERGLEICH ZU Q2 2019 (IN MILLIONEN TONNEN)

     Q2 2019Q2 2020Änderung in %
    Gesamtverkehr14,811,3-23,6
    Sande, Steine, Kies6,644,33-34,8
    Getreide3,033,060,8
    Mineralölprodukte0,960,87-9,8
    Maschinen, Geräte0,890,79-10,9
    Nahrungsmittelerzeugnisse0,920,65-29,1
    Chemikalien0,520,46-11
    Düngemittel0,390,35-8,6

    Quelle: VNF
     

    ABBILDUNGEN 14 BIS 19: ENTWICKLUNG DES CONTAINERTRANSPORTS AUF AUSGEWÄHLTEN EUROPÄISCHEN WASSERSTRASSEN (IN 1 000 TEU)

  • Auf dem Rhein lag das Ergebnis in TEU im Q1 2020 6,2% höher als im Q4 2019, aber auch 5,1% niedriger als im Q1 2019. Der Albertkanal steigerte sein Ergebnis um 7,4% im Vergleich zu Q4 2019 und sogar um 13,4% im Vergleich zu Q1 2019.


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  • Während der Containertransport auf der Seine und der Rhône unter der Covid-19-Krise litt, stieg er in der Region Nord-Pas-de-Calais sogar an, und pendelte sich in Q2 2020 auf einem Allzeithoch ein.


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  • Der Containertransport auf der Elbe und dem Mittellandkanal zeigte fallende TEU-Mengen in Q4 2019 und in Q1 2020. Auf der Weser und den westdeutschen Kanälen nahmen die TEU-Mengen in Q1 2020 leicht zu.


  • Quellen: Destatis, De Vlaamse Waterweg, VNF
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