• 2018 waren mehr als 15 000 Frachtschiffe in Europa registriert; 65% der Flotte befanden sich in den Rheinstaaten, 23% in den Donaustaaten, die verbleibenden 12% in anderen europäischen Ländern mit Binnenwasserstraßen (Polen, Tschechische Republik, Italien, Vereinigtes Königreich, Litauen).

• In den letzten 10 Jahren ist der Anteil kleiner Schiffe (0 < 1 000 t) kontinuierlich zurückgegangen. Dies ist vor allem der Fall bei Trockengüterschiffen, deren Anzahl in diesem Größensegment traditionell sehr hoch ist. Dieser Verlust kleiner Schiffe stellt ein Problem dar, und ist eine Herausforderung für den Sektor, die in der nahen Zukunft angegangen werden sollte.

• Die Flotte der Rheinstaaten wurde durch 17 Trockengüterschiffe, 28 Flüssiggüterschiffe und 3 Schub- und Schleppschiffe verstärkt. Die Neubauraten sind immer noch relativ niedrig, im Vergleich zu den Jahren vor der Finanzkrise.

 

GRÖSSE DER FLOTTEN PRO MAKROREGION (ANZAHL VON BINNENSCHIFFEN) IN EUROPA

Quellen: 1) Rheinstaaten: VNF (Frankreich), CBS (Niederlande), belgisches Verkehrsministerium, Deutsche Wasserstraßen-und Schifffahrtsverwaltung, Schifffahrtsverwaltung Luxemburg und Schweiz. 2) Donaustaaten: Donaukommission 3) Andere Staaten: Eurostat [iww_eq_loadcap], [iww_eq_age], italienisches und tschechisches Verkehrsministerium, Statistikamt Polen
* Andere Länder = Polen, Tschechische Republik, Italien, Vereinigtes Königreich, Litauen. # berücksichtigt 9 Tankschiffe in Polen, 1 in der Tschechischen Republik und 16 in Litauen. Keine Daten für das Vereinigte Königreich und Italien.

 

 

 

RHEINFLOTTE

 

TROCKENGÜTERSCHIFFE

 

  • Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Trockengüterschiffe (Schiffe mit eigenem Antrieb und Leichter, aber ohne Schub- und Schleppschiffe) in den Rheinstaaten. In diesem Fall wurde nur die aktive Flotte gezählt (Schiffe, die aktiv in der Trockengüterbeförderung sind). Während die Anzahl der Schiffe seit 2005 gesunken ist, stieg die Tonnage aufgrund der Tatsache, dass größere Schiffe zur Flotte hinzugekommen sind und kleinere sie verlassen haben.

 

ANZAHL TROCKENGÜTERSCHIFFE IN RHEINSTAATEN

Quelle: ZKR auf Basis von Centraal Bureau voor de Statistiek, Deutsche Wasserstraßenund Schifffahrtsverwaltung, Schifffahrtsverwaltung Luxemburg und Schweiz, belgisches Verkehrsministerium
* = Schiffe mit eigenem Antrieb und Leichter, ohne Schub- und Schleppschiffe

LADEKAPAZITÄT DER TROCKENGÜTERSCHIFFE IN RHEINSTAATEN (IN 1 000 T)*

Quelle: ZKR auf Basis von Centraal Bureau voor de Statistiek, Deutsche Wasserstraßenund Schifffahrtsverwaltung, Schifffahrtsverwaltung Luxemburg und Schweiz, belgisches Verkehrsministerium
* = Schiffe mit eigenem Antrieb und Leichter, ohne Schub- und Schleppschiffe

 

  • Die niederländische Trockengüterflotte ist die größte im Rheingebiet mit einem Anteil von fast 50%.

 

VERTEILUNG DER TROCKENGÜTERSCHIFFE IN DEN RHEINSTAATEN PRO REGISTRIERUNGSLAND (IN %, 2018)

Quelle: ZKR auf Basis von nationalen Quellen (siehe Abbildung oben)

 

  • Die Anzahl der Schiffe mit einer Ladekapazität von bis zu 1 000 Tonnen sinkt, obwohl die Ergebnisse sich von Land zu Land etwas unterscheiden. Während die Anzahl von belgischen, niederländischen und französischen kleinen Schiffen seit 2014 gefallen ist, blieb sie in der deutschen Flotte relativ konstant.

 

ANZAHL TROCKENGÜTERSCHIFFE NACH TONNAGENKLASSE IN RHEINSTAATEN*

Quelle: ZKR basierend auf nationalen Quellen
* Rheinstaaten = Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande, Schweiz. Die Daten für Deutschland von 2018 sind aus dem Jahr 2017, da die deutschen Flottendaten für 2018 noch nicht verfügbar waren.

 

  • Im Vergleich der Trockengüterflotten der Rheinstaaten untereinander kann beobachtet werden, dass die Größenklasse der größten Schiffe (> 3 000 t) in der belgischen und niederländischen Flotte vorhanden ist, in der französischen und deutschen Trockengüterflotte aber nahezu fehlt.

 

ANZAHL TROCKENGÜTERSCHIFFE NACH TONNAGENKLASSE IN DER NIEDERLÄNDISCHEN FLOTTE

Quelle : Centraal Bureau voor de Statistiek

 

 

ANZAHL TROCKENGÜTERSCHIFFE NACH TONNAGENKLASSE IN DER BELGISCHEN FLOTTE

Quelle: ITB / belgisches Verkehrsministerium

 

  • In Frankreich ist der Anteil der Größenklasse (0 < 1 000 t) am höchsten von allen Rheinstaaten. Dieser Anteil betrug im Jahr 2014 in Frankreich 72% (in Bezug auf die Anzahl der Schiffe), sank bis zum Jahr 2018 aber auf 67%. Ein weiterer Rückgang kann erwartet werden, auf Grund verschiedener ökonomischer Probleme in diesem Segment.

 

ANZAHL TROCKENGÜTERSCHIFFE NACH TONNAGENKLASSE IN DER FRANZÖSISCHEN FLOTTE

Quelle: VNF

 

 

ANZAHL TROCKENGÜTERSCHIFFE NACH TONNAGENKLASSE IN DER DEUTSCHEN FLOTTE

Quelle: ZKR basierend auf Deutsche Wasserstraßen-und Schifffahrtsverwaltung

 

  • In Hinblick auf die gesamte Rheinflotte an Trockengüterschiffen kann beobachtet werden, dass die Anteile der verschiedenen Größenklassen sich seit 2014 nicht dramatisch verändert haben. Aber sie haben sich über die letzten zehn Jahre geändert, wenn man die Zahlen von 2007 mit denen von 2018 vergleicht.

 

ANZAHL SCHIFFE NACH TONNAGENKLASSE IN % DER GESAMTZAHL AN TROCKENGÜTERSCHIFFEN IN DER RHEINFLOTTE*

Quelle: ZKR basierend auf nationalen Quellen
* Anteil basiert auf der Anzahl der Schiffe, die unter eine bestimmte Tonnageklasse fallen, im Vergleich zur Gesamtzahl an Trockengüterschiffen in der Rheinflotte. Daher summieren sich die Anteile für jedes Jahr auf 100%.

 

FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE

 

  • Die Entwicklung zeigt einen Anstieg in der Gesamtladekapazität der Tankerflotte in den Rheinstaaten zwischen 2005 und 2010, bedingt durch die Investitionen in neue Doppelhüllenschiffe. 2011 war das Jahr mit dem höchsten Anstieg an Doppelhüllenschiffen (+127), gefolgt vom Jahr 2010 (+112). Seitdem ließ die Neubaurate nach, um im Jahr 2018 33 neue Doppelhüllenschiffe zu erreichen (einschließlich der Umwandlungen von Einzel- zu Doppelhüllenschiffen) (Quelle: EBIS (European Barge Inspection Scheme)). Im Jahr 2019 gab es laut EBIS (European Barge Inspection Scheme) 1.079 Doppelhüllentanker in Europa.
  • Da die Neubaurate seit 2011 gesunken ist und eine bestimmte Anzahl Einzelhüllenschiffe Jahr für Jahr aus der Flotte ausgemustert wurde (wegen des herannahenden Endes des Übergangszeitraums) (Nach dem Übergangsmodell muss der Großteil der Flüssiggüter ab dem 01.01.2019 in Doppelhüllenschiffen befördert werden), hat sich die Gesamtgröße der Tankerflotte in den Rheinstaaten nach 2011 verringert.
  • Die Ladekapazität blieb jedoch auf einem hohen Niveau, da in den Jahren nach 2011 noch große neue Doppelhüllenschiffe auf den Markt kamen, während die Einzelhüllenschiffe, die den Markt verließen, relativ klein waren.

 

ANZAHL FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE IN RHEINSTAATEN

Quelle: ZKR basierend auf nationalen Quellen

 

LADEKAPAZITÄT DER FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE IN RHEINSTAATEN (IN 1 000 T.)

Quelle: ZKR basierend auf nationalen Quellen

 

  • Hinsichtlich der Registrierungsstaaten der Flüssiggüterflotte besitzen die Niederlande einen Anteil von rund 54% der Gesamtzahl an Tankschiffen in allen Rheinstaaten.

 

VERTEILUNG DER FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE IN DEN RHEINSTAATEN PRO LAND (IN %, 2018)

Quelle: ZKR basierend auf nationalen Quellen

 

  • Die Gesamtentwicklung der Schiffsanzahl pro Größenklasse zeigt, dass die Anzahl eher kleiner Tanker (0< 1 000 t; 1 000 < 2 000 t) seit 2014 zurückgegangen ist.
  • Im Jahr 2018 betrug die Zahl der Schiffe in den beiden kleinsten Tonnagenklassen (0< 1 000 t; 1 000 < 2 000 t) in den Rheinstaaten 761, im Vergleich zu 873 im Jahr 2014. Dies bedeutet einen Rückgang von 112 Schiffen in einem Zeitraum von nur vier Jahren.

 

ANZAHL FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE NACH TONNAGENKLASSE IN DEN RHEINSTAATEN

Quelle: ZKR basierend auf nationalen Quellen

 

  • Es gibt einen bemerkenswerten gemeinsamen Punkt mit der Trockengüterflotte. Auch für die Flüssiggüterschiffe ist die Zahl der Schiffe in der Größenkategorie (> 3 000 t) in der niederländischen und belgischen Flotte recht hoch, in den französischen und deutschen Flotten wiederum auf einem eher niedrigen Niveau.

 

ANZAHL FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE NACH TONNAGENKLASSE IN DER NIEDERLÄNDISCHEN FLOTTE

Quelle : Centraal Bureau voor de Statistiek

 

ANZAHL FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE NACH TONNAGENKLASSE IN DER BELGISCHEN FLOTTE

Quelle: ZKR basierend auf ITB/ belgisches Verkehrsministerium

 

ANZAHL FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE NACH TONNAGENKLASSE IN DER FRANZÖSISCHEN FLOTTE

Quelle: ZKR basierend auf VNF

 

ANZAHL FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE NACH TONNAGENKLASSE IN DER DEUTSCHEN FLOTTE

Quelle: ZKR basierend auf Deutsche Wasserstraßen-und Schifffahrtsverwaltung

 

  • Die Verteilung aller aktiven Flüssiggüterschiffe in den Rheinstaaten zeigt, dass die beiden größten Größenklassen ihren Anteil erhöht haben, während der Anteil der beiden kleineren Größenklassen zurückging.

 

ANZAHL SCHIFFE NACH TONNAGENKLASSE IN % DER GESAMTZAHL AN FLÜSSIGGÜTERSCHIFFEN IN DER RHEINFLOTTE*

Quelle: ZKR basierend auf nationalen Quellen
* Anteil basiert auf der Anzahl der Schiffe, die unter eine bestimmte Tonnageklasse fallen, im Vergleich zur Gesamtzahl an Tankschiffen in der Rheinflotte. Daher summieren sich die Anteile für jedes Jahr auf 100%.

 

  • In den Rheinstaaten gibt es aktuell etwa 1 240 Schub- und Schleppschiffe, von denen 718 niederländische und 411 deutsche Schiffe sind. Ihre Anzahl blieb seit 2008 ziemlich konstant.

 

DONAUFLOTTE

 

TROCKENGÜTERSCHIFFE

 

  • Die folgende Abbildung zeigt die Datenreihe hinsichtlich der Trockengüterschiffe (Schiffe mit eigenem Antrieb und Leichter, aber ohne Schub- und Schleppschiffe) in den Donaustaaten. Sowohl die Anzahl der Schiffe als auch die Ladekapazität ging seit 2005 zurück.

 

Entwicklung der Trockengüterflotte in den Donaustaaten

 

ANZAHL TROCKENGÜTERSCHIFFE IN DEN DONAUSTAATEN

Quelle: Donaukommission

 

LADEKAPAZITÄT DER TROCKENGÜTERSCHIFFE IN DEN DONAUSTAATEN (IN 1 000 T)

Quelle: Donaukommission

 

  • Die rumänische Trockengüterflotte ist mit einem Anteil von rund 48% aller Trockengüterschiffe die größte im Donauraum.

 

VERTEILUNG DER TROCKENGÜTERSCHIFFE IN DER DONAUFLOTTE PRO REGISTRIERUNGSLAND (IN %, 2017)*

Quelle: Donaukommission
*Für Österreich sind keine Flottendaten verfügbar.

 

 

FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE

 

Entwicklung der Flüssiggüterflotte in den Donaustaaten

 

ANZAHL FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE IN DONAUSTAATEN

Quelle: Donaukommission

 

LADEKAPAZITÄT DER FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE DER DONAUFLOTTE (IN 1 000 T)

Quelle: Donaukommission

 

  • Auch bei der Flüssiggüterflotte besitzt Rumänien den größten Anteil im Donauraum mit rund 47% aller Tankschiffe.

 

VERTEILUNG DER FLÜSSIGGÜTERSCHIFFE IN DER DONAUFLOTTE PRO REGISTRIERUNGSLAND (IN %, 2017)*

Quelle: Donaukommission
* Für Österreich sind keine Flottendaten verfügbar.

 

  • Im Jahr 2017 gab es 657 Schub- und Schleppschiffe in den Donaustaaten, von denen 300 rumänische Schiffe waren. Wie in der Rheinregion blieb die Anzahl von Schub- und Schleppschiffen in den letzten 10 Jahren relativ stabil.

 

FRACHTFLOTTE IN ANDEREN EUROPÄISCHEN STAATEN

 

  • Für Polen, die Tschechische Republik, das Vereinigte Königreich und Litauen sind die Flottenzahlen von 2005 bis 2017 konsistent und wurden aus Daten von Eurostat entnommen [iww_eq_loadcap] . Es muss darauf hingewiesen werden, dass innerhalb dieser Datenbank eine Unterscheidung zwischen Trockengüter- und Tankschiffen nicht möglich ist.
    • Die vom Statistikamt Polens bereitgestellten Daten geben an, dass von 598 Frachtschiffen 9 Tankschiffe waren, von denen wiederum 7 einen eigenen Antrieb aufwiesen und 2 Schubtankleichter waren.
    • Laut des tschechischen Verkehrsministeriums gibt es unter den 139 Frachtschiffen der tschechischen Flotte nur ein Tankschiff (das 1951 gebaut wurde und eine Ladekapazität von 297 Tonnen besitzt).
    • Das Statistikamt Litauens gibt an, dass 16 der 63 Frachtschiffe in Litauen Tanker sind.
  • Für Italien geben die Daten von Eurostat [iww_eq_loadcap] ebenso wie die Statistik des italienischen Verkehrsministeriums einen erheblichen Stukturbruch in der Anzahl der Schiffe zwischen den Jahren 2009 und 2010 an, was auf eine statistische Umklassifizierung oder eine andere fundamentale Änderung hindeutet. Daher wurde beschlossen, die italienischen Zahlen nicht in die Grafik mit den anderen Staaten aufzunehmen.
  • Für die Jahre 2011-2017 scheinen die italienischen Zahlen ziemlich konsistent: sowohl die Daten von Eurostat als auch des italienischen Verkehrsministeriums weisen eine Anzahl von 63 Frachtschiffen mit eigenem Antrieb in Italien auf, und von 73 Schub- und Schleppleichtern für 2017. Insgesamt gibt es 2017 136 italienische Güterschiffe.

 

ANZAHL SCHIFFE MIT EIGENEM ANTRIEB UND SCHUB- UND SCHLEPPLEICHTER*

Quelle : Eurostat [iww_eq_loadcap]
* Trockengüter- und Tankschiffe zusammengenommen