Vorwort

ZENTRALKOMMISSION FÜR DIE RHEINSCHIFFFAHRT

Die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) freut sich, ihren Jahresbericht 2019 zur Marktbeobachtung der europäischen Binnenschifffahrt vorlegen zu können. Der Bericht ist, wie in jedem Jahr, das Ergebnis einer sehr erfolgreichen und stetig verbesserten Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission. Wie bereits zuvor geht dieses Unterfangen weit über das einfache Schreiben eines Berichtes hinaus. Tatsächlich ist es das Ziel der Marktbeobachtung, ein Schlüsselinstrument für den Sektor der europäischen Binnenschifffahrt darzustellen, das für strategische Entscheidungen, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich herangezogen wird. Vor allem aber ist sie ein kollaboratives Unterfangen, das auch in diesem Jahr wieder die Gelegenheit bot, neue Beziehungen zu den Akteuren der Binnenschifffahrt in Europa zu knüpfen und gleichzeitig die bereits bestehenden zu vertiefen.

Die europäische Binnenschifffahrt war im Jahr 2018 entscheidend durch die ausgedehnte Niedrigwasserphase in der zweiten Jahreshälfte beeinflusst, ein wichtiger Faktor, der verschiedene ökonomische Parameter beeinflusst hat. Dies spiegelt sich im Bericht 2019 wider, in dem die Konsequenzen dieser langanhaltenden Niedrigwasserphase für die Binnenschifffahrt analysiert werden. Wie die Binnenschifffahrt im Umgang mit diesen Phänomenen unterstützt werden kann, ist sicher ein Aspekt, mit dem man sich künftig befassen muss.

Der neue Marktbeobachtungsbericht stellt die wichtigsten Ergebnisse des Jahres 2018 in Hinblick auf die verschiedenen Aspekte der europäischen Binnenschifffahrt heraus, wie beispielsweise den Fracht- und den Passagierverkehr auf den Wasserstraßen, den Binnenverkehr in Häfen, die Entwicklung der Flotte, Beförderungsunternehmen und Kreuzfahrten, einschließlich kleiner Kreuzfahrtschiffe. Die Altersstruktur der in der Binnenschifffahrt aktiven Personen in einigen europäischen Ländern wird im Bericht ebenfalls betrachtet. Als eine Besonderheit ist ein Kapitel dieser Berichtsedition 2019 speziell den Tagesausflugsschiffen auf europäischen Flüssen, Kanälen und Seen gewidmet.

In diesem Jahr möchte ich außerdem die Analyse der Frachtraten und Transportmengen für Flüssiggütertransporte in der FARAG-Region (Vlissingen-Antwerp-Rotterdam-Amsterdam-Ghent) hervorheben, auf einen Vorschlag hin und mit der aktiven Unterstützung der Tankschiffkooperation CITBO. Eine solche Untersuchung ist zum ersten Mal in dem Bericht enthalten, der damit seine statistischen Quellen für bestimmte geografische Gebiete weiter ausdehnen konnte. Ich hoffe, diese fruchtbare Zusammenarbeit kann auch künftig fortgesetzt werden.

Wie jedes Jahr möchte das Sekretariat der ZKR allen ganz herzlich danken, die Beiträge für diesen Bericht erstellt haben, der Europäischen Kommission, Eurostat und allen nationalen Statistikämtern, den Flusskommissionen der Mosel, Donau und Sava, und allen Stakeholdern und Akteuren, die an der Erstellung dieses Berichts mitgewirkt haben. Ich möchte außerdem die bedeutende Rolle der Vertreter des Sektors, der Europäischen Binnenschifffahrts Union/EBU und der Europäischen Schifferorganisation/ESO betonen, die Unterstützung und Knowhow beigesteuert haben, immer zum Nutzen einer verbesserten Berichtsqualität.

Ich freue mich sehr, eine solche Zusammenarbeit auch außerhalb der Aufgabenstellungen, die mit diesem Bericht verbunden sind, fortzuführen, vor allem mit der neu eingerichteten „European Inland Waterway Transport Platform“, um uns den künftigen Herausforderungen für den Sektor der Binnenschifffahrt zu stellen und alle Gelegenheiten zu nutzen, die nachhaltige, ökologische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Binnenschifffahrt zu fördern.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen unserer Edition 2019 des Marktbeobachtungsberichts, der Ihnen hoffentlich zahlreiche wertvolle Einsichten bieten wird.

 

Bruno Georges
ZKR Generalsekretär

EUROPEAN INLAND WATERWAY TRANSPORT PLATFORM

Aus der Perspektive der europäischen Binnenschifffahrt besitzt dieser Marktbeobachtungsbericht, veröffentlicht von der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission, eine enorme Bedeutung für den Sektor der Binnenschifffahrt.

Fakten und Zahlen sind notwendig, um politische Entscheidungen treffen zu können. Sie sind außerdem notwendig, um Trends zu identifizieren, die die Entscheidungen der Akteure auf allen Ebenen in der gesamten Logistikkette beeinflussen. In den letzten Jahren wurde das System der Marktbeobachtung weiterentwickelt und stellt erfolgreich die relevanten Daten über alle Segmente unseres Sektors bereit.

Das letzte Jahr zeichnete sich durch eine Reihe signifikanter Trends und Entwicklungen aus. Die extrem niedrigen Wasserstände auf den größten Flüssen Europas führten zu einem substantiellen Rückgang der auf den europäischen Wasserstraßen beförderten Gütermengen. Diese Entwicklung wirkte sich zwar positiv auf die Frachtraten aus, führte jedoch dazu, dass Ladung auf andere Verkehrsträger verlagert wurde, die nicht so leicht zurückzugewinnen sein wird. Zudem wurde das Image unseres Sektors durch diese Entwicklung negativ beeinflusst. Es werden weitere Untersuchungen notwendig sein, um zu bestimmen, ob sich der Sektor mit einer Ausnahmesituation konfrontiert sah oder mit einem Trend, der vom Klimawandel beeinflusst wird. Wie auch immer, es ist offensichtlich, dass die Mängel bei der Unterhaltung der Wasserstraßen behoben werden müssen, um eine weitere Verschlechterung dieser Lage zu verhindern. Dies erfordert eine angemessene Reaktion der Entscheidungsträger der europäischen und nationalen Infrastrukturen.

Die Leistungsfähigkeit der Binnenschifffahrt in Europa wird durch die oben genannten und andere Entwicklungen der vergangenen Jahre beeinflusst. Sie zeigt sowohl deutliche Zuwächse als auch Rückgänge in europäischen Ländern mit schiffbaren Wasserstraßen, die als Basis für eine Analyse der künftig notwendigen Maßnahmen dienen können.

Dieser Marktbeobachtungsbericht ist das perfekte Werkzeug, um die positiven Trends in unserem Sektor darzustellen. Am deutlichsten sind sie auf den Gebieten der Container und der Passagierbeförderung. Die Entwicklungen in diesen Segmenten unserer Branche waren im Marktbeobachtungsbericht des letzten Jahres ebenfalls herausgestellt worden und zeigen den enormen Anstieg bei der Container- und Passagierschifffahrt. Und sie sollten alle Akteure der Kette ermutigen, einen weiteren, notwendigen Modal Shift von der Straße hin zur Binnenschifffahrt zu realisieren.

Dank der engen Zusammenarbeit zwischen der ZKR und der Donaukommission, sowie
anderen Flusskommissionen, konnte dieses Instrument in den vergangenen Jahren seine Reichweite deutlich steigern und relevante Information über das gesamte System der schiffbaren Wasserstraßen in Europa bereitstellen.

Im Namen des Sektors der Binnenschifffahrt möchten wir unsere Anerkennung und unseren Dank für dieses Werkzeug zur Marktbeobachtung aussprechen, und wir freuen uns, auch weiterhin unseren Beitrag zu dieser gemeinsamen Unternehmung zum Wohl unserer Branche zu leisten.

 

Paul Goris
Präsident der European Inland Waterway Transport Platform