Vorwort

ZENTRALKOMMISSION FÜR DIE RHEINSCHIFFFAHRT

Mit großer Freude präsentiert die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) die Ausgabe 2021 ihrer Marktbeobachtung für die Europäische Binnenschifffahrt, die die wichtigsten Entwicklungen in der europäischen Binnenschifffahrt im Jahr 2020 analysiert. In diesem Jahr möchte ich der Europäischen Kommission für ihre wertvolle Zusammenarbeit und Unterstützung bei unserer Arbeit an der Marktbeobachtung danken.

Entsprechend seiner Zielsetzung, allen an der Binnenschifffahrt beteiligten Akteuren eine fundierte Entscheidungshilfe zu bieten, deckt dieser Bericht ein breites Spektrum an Themen ab, darunter makroökonomische Bedingungen, Trendentwicklungen in Bezug auf Gütersegmente und Flusseinzugsgebiete, Binnenschifffahrt in Häfen, Betriebsbedingungen in Bezug auf Wasserstände und Frachtraten, Struktur und Entwicklung der Binnenschifffahrtsflotte, Daten zur Beschäftigung, zur Anzahl der Unternehmen und zur Höhe des Umsatzes sowie Daten zur Flusskreuzfahrt. Zusätzlich zu einem Abschnitt mit einem kurz- und langfristigen Ausblick für die wichtigsten Marktsegmente der Binnenschifffahrt, enthält der Bericht dieses Jahres auch einen statistischen Anhang, ein wertvolles Werkzeug für die Datenanalyse.

Unglücklicherweise muss dieser Jahresbericht ein besonderes Augenmerk auf die dramatische und immer noch anhaltende Covid-Pandemie legen. Obwohl die aktuellen Impfkampagnen Hoffnung für die Zukunft schenken, hat der durch das Coronavirus verursachte Gesundheitsnotstand die Wirtschaftsindikatoren für 2020 stark belastet und auch die Binnenschifffahrt nicht verschont. Der Sturz des BIP in der EU fiel 2020 tatsächlich härter aus als in der Finanzkrise im Jahr 2009. Zudem schaffen Verzögerungen bei der Impfstoffeinführung sowie die Bedrohungen durch neue Covid-Varianten zusätzliche Unsicherheiten in allen Sektoren unserer Wirtschaft. Während der Erholungspfad immer noch unsicher ist, weisen die Vorhersagen des BIP für 2021 und 2022 auf eine Erholung mit voraussichtlichen Wachstumsraten von 4,4% in 2021 und 4,0% im Jahr 2022 hin.

Sowohl der Güter- als auch der Passagierverkehr waren von der Pandemie und den daraus resultierenden politischen Aktionen und Gesundheitsmaßnahmen betroffen. Besonders schwerwiegend waren die Schäden in der gesamten Binnenschifffahrtsbranche, nicht nur auf der Nachfrageseite, sondern auch auf der Angebotsseite und bei den Flotten. Mein sehnlichster Wunsch ist natürlich eine schnelle und vollständige Erholung des gesamten Sektors, mit aktiver Unterstützung aller an der Binnenschifffahrt beteiligten Akteure.

Wie in der Vergangenheit ist das vorliegende Werk das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit mit vielen sowohl öffentlichen als auch privaten Akteuren. Wie in den vorhergehenden Jahren konnten wir Statistiken und Marktinformationen der Donau, Mosel- und Savekommission für ihre spezifischen Einzugsgebiete heranziehen. Ebenso wichtig war die Zusammenarbeit mit Eurostat und den nationalen Statistikämtern, den Häfen, den nationalen und regionalen Wasserstraßenverwaltungen sowie den Berufsverbänden, insbesondere der European Barge Union (EBU), der European Skippers‘ Organisation (ESO) und der Corporation of Inland Tanker Barge Owners (CITBO). Nur dank dieser fruchtbaren Zusammenarbeit mit allen Interessenvertretern und deren wertvollem Input und Fachwissen können wir alle relevanten Daten für unseren Sektor auf europäischer Ebene zeitnah und effizient für unseren Jahresbericht sammeln.

Auf der folgenden Seite finden Sie auf der folgenden Seite auch eine Botschaft meines Amtskollegen bei der Donaukommission, Herrn Manfred Seitz, mit dem wir unsere Zusammenarbeit fortsetzen und intensivieren. Die besagte Donaukommission schickt uns jedes Jahr einen detaillierten Marktbericht mit sehr wertvollen Daten und Informationen über den Güter- und Personenverkehr auf den verschiedenen Abschnitten der Donau. Wir sind der Kommission für diesen jährlichen Beitrag sehr verbunden. Es ist mir daher eine besondere Freude, das Vorwort des neuen Jahresberichts mit ihrem Generaldirektor zu teilen.

In der Hoffnung, dass die Pandemie und ihre anhaltende Belastung für die Volkswirtschaften bald hinter uns liegen und unser europäischer Binnenschifffahrtssektor bald wieder floriert, wünsche ich Ihnen eine gute Lektüre des Jahresberichts.

 

Bruno Georges
ZKR Generalsekretär

DONAUKOMMISSION

Es ist mir eine Ehre, ein kurzes Vorwort zum Marktbeobachtungsbericht 2021 beitragen zu dürfen, der von der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) als ein gemeinsames Projekt mit der Europäischen Kommission für den Europäischen Binnenschifffahrtssektor veröffentlicht wird.

Die Zusammenarbeit zwischen der Donaukommission (DK) und der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) bei der Marktbeobachtung folgt seit der Unterzeichnung einer Verwaltungsvereinbarung zwischen der DK und der Generaldirektion Mobilität und Verkehr der Europäischen Kommission im Jahr 2015 einem systematischen Ansatz. Auf der Grundlage dieser Vereinbarung wurde 2017 zwischen den Sekretariaten eine gemeinsame Methodik für die Veröffentlichung der Marktbeobachtung entwickelt, die seitdem bei bilateralen Treffen weiterentwickelt wurde.

Das Sekretariat der Donaukommission übermittelt der ZKR vier Berichte pro Jahr, die einen detaillierten Einblick in die Struktur und Entwicklung des Binnenschifffahrtsmarktes im Donauraum geben und trägt damit zu der von der ZKR koordinierten gesamteuropäischen Marktbeobachtung bei.

Die Donaukommission legt großen Wert auf die Aufgabe der Marktbeobachtung mit dem Ziel, die wirtschaftlichen Aktivitäten des Donauschifffahrtssektors in Bezug auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung des Donauraums, die Wettbewerbsposition des Sektors im Vergleich zu den anderen Verkehrsträgern und unter besonderer Berücksichtigung des engen Zusammenhangs von Fahrwasserbedingungen und Marktleistung zeitnah zu beobachten.

Unsere Quartalsberichte und der gemeinsame Jahresbericht werden auf der Website der Donaukommission veröffentlicht und sowohl von der Binnenschifffahrt als auch von den öffentlichen Verwaltungen als wichtiger Input für die kommerziellen Aktivitäten und die Politikgestaltung begrüßt.

Seit Mitte März 2020 ist der Güterverkehr auf der Donau in erheblichem Maße von der Covid-19-Pandemie betroffen, was zu einem wirtschaftlichen Abschwung in allen Donaustaaten, und entsprechend zu einem Rückgang von Angebot und Nachfrage in den wichtigsten Segmenten der Donauschifffahrt führte. Die größten Verluste betrafen den Passagierverkehrssektor, wobei zu berücksichtigen ist, dass 2019 sowohl auf der oberen Donau als auch im Donaudelta mit über 190 Kabinenkreuzfahrtschiffen auf der Donau ein Rekordverkehrsaufkommen erzielt wurde.

Der Güterverkehrsmarkt im Jahr 2021 und darüber hinaus wird wahrscheinlich von den bestehenden Quoten für Stahleinfuhren in die EU-Staaten sowie von der erwarteten Einführung einer CO2-Grenzsteuer auf die Einfuhr von Metallurgie-, Chemie-, Benzin- und Erdölprodukten in die EU beeinflusst werden.

Dank der Getreidebeförderung kann im Jahr 2021, wie schon 2020, eine gewisse Stabilität im Güterverkehr auf der Donau sichergestellt werden, hauptsächlich von den Häfen der mittleren Donau bis zu den Donau-Seehäfen, und besonders Constanƫa. Die Anfangsbestände der Getreidevorräte aus der Ernte 2020 in den Donauländern und zufriedenstellende Mengen aus der Ernte 2021 sollten es ermöglichen, dieses Gleichgewicht zu erreichen. Die Beförderung von Futtermitteln und chemischen Produkten (Düngemitteln) sowie von Erdölprodukten wird voraussichtlich stabil bleiben.

Die Prognosen für den Personenverkehr auf der Donau gehen davon aus, dass die Hauptaktivität im Jahr 2022 wieder aufgenommen werden kann. Dies wird in erster Linie von den nationalen Beschränkungen im Zusammenhang mit der Pandemie abhängen. Gleichzeitig könnten mit der Lockerung der nationalen und lokalen Beschränkungen die einzelnen Strecken sowohl auf den Kreuzfahrts- als auch auf den Tagesausflugslinien bis zu einem gewissen Grad im Jahr 2021 wieder aufgenommen werden.

In Anbetracht der Herausforderungen, denen sich die Binnenschifffahrt stellen muss, um die Ziele des Europäischen Green Deal und der Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität zu erreichen, werden umfassende und genaue Informationen über den europäischen Binnenschifffahrtssektor noch wichtiger und sind eine Voraussetzung für das Erreichen des ehrgeizigen Ziels, deutlich mehr Güter auf die Binnenschifffahrt zu verlagern. Daher betrachte ich den gemeinsamen Bericht über die Marktbeobachtung als einen Eckpfeiler für erfolgreiche, zukünftige politische Maßnahmen im Einklang mit dem Aktionsplan für die Binnenschifffahrt NAIADES 2021-2027.

Das Sekretariat der Donaukommission schätzt die Zusammenarbeit mit der ZKR im Bereich der Marktbeobachtung als eine äußerst erfolgreiche und ergänzende Initiative, sowohl in Bezug auf die Qualität der Marktanalyse als auch auf die Vorhersage der Marktentwicklung, die von der Donaukommission sicherlich weiterhin tatkräftig unterstützt werden wird.

 

Manfred Seitz
Generaldirektor des Sekretariats